Vom Winde verweht.

bolivia2

Ich wache auf, weil mir irgendetwas Warmes über das Gesicht läuft. Draußen ist es noch dunkel. Im Schein der Stirnlampe stelle ich erschrocken fest, dass meine linke Hand voller Blut ist. Habe ich im Schlaf etwa Ross umgebracht? Die Panik verfliegt als ich meinen Kopf zur Seite drehe und damit in Ross‘ weit geöffneten Mund schaue. Sein Atem riecht nach Kopfweh bzw. Rotwein und ich kann förmlich spüren wie ein kleiner Kater seine Krallen nach mir ausstreckt. Weiterlesen

Hungrig im Kühlschrank.

dirty3

Einsam stehen zwei Zelte in der weiten Talsohle, umgeben von nichts als Sand, kleinem Buschwerk und einem fast ausgetrockneten Fluss. Das Wasser liegt trotz der herauf eilenden Morgensonne tiefgefroren und bewegungslos da, als hätte die Winternacht ein frostiges „Ich-war-hier“ an den Tag hinterlassen wollen. Bis zum Sonnenaufgang hörte ich meinen Zeltnachbar gelegentlich über die Kälte fluchen. Jetzt klappert Geschirr und meine Phantasie malt ein Bild des dampfenden Frühstücks, dem ich sehnsüchtig entgegenfieber. Weiterlesen

[Gem]Einsam durch die Wüste.

camping

Sichtlich gelangweilt sieht mein britischer Freund von seinem Teller zu mir auf, wo ein Viertel Grillhuhn und die schlaffsten Pommes südlich des Äquators um Trostlosigkeit wetteifern. Während er eine weitere Gabel schmatzend in sich hinein befördert, fragt er: „Wen willst Du in San Pedro de Atacama eigentlich besuchen?“ Worauf ich ein knappes „Ne‘ Freundin“ herausbringe. Mit vollem Mund hakt er nach: „Eine Freundin. Uuuund?“
„Naja sie hat mir vor ziemlich genau neun Jahren in Indien einmal das Leben gerettet.“ Weiterlesen