Die Gesichter einer Realität.

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Das offene Ende der Röhre, in der ich mich befinde, umrahmt die milchig trüb-nasse Welt außerhalb meines Unterschlupfs. Nur knapp 200 Kilometer vor der peruanischen Grenze entfernt, mitten im bergigen Niemandsland, war jemand so nett diesen Fremdkörper zurück zu lassen. Gemütlich wäre in dem Zusammenhang wohl der falsche Begriff, aber im Vergleich zu Draußen gewinnt die Röhre zwangsläufig an Charme. Seit Anbruch des Tages sieht der Himmel recht unverändert aus. Weiterlesen

Ecuador (II) – Zu Besuch bei den Recyclistas

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Wie auf einem fliegenden Teppich gleite ich hinab, während sich das metallene Ungetüm, auf dem ich sitze, in Richtung Flussmitte schiebt. Etwas verunsichert, ob ich auf der anderen Seite ankommen werde und was mich dort erwarten wird, umklammere ich meine 5 Taschen so gut ich kann und fixiere mein Fahrrad mit den Füßen. Erst jetzt merke ich, dass das kleine Mädchen mit an Bord ist und irgendwo hinter mir, außerhalb der Gondel, unseren Vortrieb mit rhythmischen Stößen unterstützt. Weiterlesen

Ecuador (I) – Bruder Plattfuß und der Regen.

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Vor mir und Crisa, der Lehrerin bei der ich gerade wohne, stehen zwei Fahrräder und eine Hand voll Kinder mit langen Zöpfen. An diesen besonderen Ort, hoch oben auf 3200 Metern, wurde ich eingeladen, um den Schulkindern der indigenen Gemeinschaft in den ecuadorianischen Anden von meiner Reise zu erzählen und ihnen zu erklären wie man ein Fahrrad repariert. Das dachte ich zumindest. Denn erst als ich dort bin erfahre ich, dass es in der Welt aus der sie jeden Morgen hierher kommen und in die sie abends zurückkehren gar keine Fahrräder gibt.

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