Die Eroberung des Unnützen (I)

Flag

Als ich auf den kanarischen Inseln nach 800 Seemeilen an Land gehe, habe ich sieben Tage auf See verbracht. Angesichts der Strecke, die noch auf mich wartet, ist die Passage ein eher kurzer Strich auf der Landkarte, aber eben das erste Mal, dass ich überhaupt zur See fahre. Sieben Tage, die eigentlich zu wenig sind, um sich an einen neuen Lebensrhythmus zu gewöhnen, der vollkommen losgelöst von Tages- und Nachtzeit in 4 Stunden Wachschichten unterteilt ist, aber dennoch lang genug, um das Gleichgewichtsorgan so nachhaltig zu verwirren, dass der anschließende Landgang zur Wackelpartie wird. 168 Stunden, die absolut ausreichen, um festzustellen wie eng ein Raum ohne Rückzug sein kann, wenn ein Dauerkonflikt in der Führung der beiden Entscheidungsträger an Bord die Stimmung trübt. 10080 Minuten mit wildfremden Menschen auf engstem Raum und zu zweit in einer stickigen Koje, die in etwa der Größe meines Zeltes entspricht. 604800 Sekunden, in denen ich eine neue Sprache lernen konnte, die sich um Großschot, Genua, Backskiste, anluven, abfallen, eindampfen, fieren usw. dreht. Alles in allem also eine runde Sache mit vernachlässigbaren Unwuchten. Der erste Schritt weg vom Festland hin zur Atlantiküberquerung wäre also gemacht. Weiterlesen